Aktuelle Fälle rechter Gewalt

JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0

Hanau 2020

Am 19. Februar 2020 wurden zehn Menschen binnen sechs Minuten an verschiedenen Tatorten in der hessischen Stadt Hanau von einem Rassisten erschossen. Der Täter drang zwischen 21:55 Uhr und 22:01 in verschiedene Bars und Kioske ein, um dort Menschen zu ermorden. Des Weiteren tötete er einen Mann, der versuchte ihn mit seinem Auto zu stoppen. Es gab nicht nur die zehn Todesopfer. Sechs weitere Menschen wurden bei der Tat teils schwer verletzt.

Die Namen der Menschen, die bei der Tat aus dem Leben gerissen wurden, sind: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.

Im Anschluss an die grausame Tat kehrte der Täter in sein Elternhaus zurück, wo er schließlich seine Mutter und sich selbst tötete.

Der Täter hatte sich im Vorfeld der Tat im Netz immer wieder rassistisch, antisemitisch und muslimfeindlich geäußert. Laut BKA und Bundesanwaltschaft hing der Täter einer rechtsextremen Ideologie an und wählte seine Opfer nach rassistischen Kriterien aus.

Datesa, CC BY-SA 4.0

Halle 2019

Am 09. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, versuchte ein Rechtsextremist in Halle an der Saale bewaffnet in eine Synagoge einzudringen und ein Massaker anzurichten. Als er die Eingangstür zur Synagoge nicht überwinden konnte, zog er weiter, erschoss eine 40-jährige Passantin und einen 20-jährigen Mann in einem Dönerlokal und verletzte zwei weitere Menschen schwer.

Sicherheitsbehörden zufolge handelte es sich um eine rechtsextremistische Tat, welche schnell von der Bundesanwaltschaft als staatsgefährdende und terroristische Tat eingestuft wurde.

Der Täter streamte die Tat live im Internet, äußerte sich dabei judenfeindlich und bezog sich dabei auf antisemitische Verschwörungstheorien.

RP Kassel, CC BY-SA 3.0

Walter Lübcke

Am 02. Juni 2019 wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) auf der Terrasse seines Wohnhauses von einem Rechtsextremisten durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe ermordet.

Zuvor wurde er aufgrund seiner offenen Einstellung gegenüber Geflüchteten regelmäßig von Rechtsextremisten im Internet attackiert und beleidigt.

Die Tat wurde durch die Bundesanwaltschaft als „politisches Attentat“ eingestuft und der Täter zu lebenslanger Haft mit Sicherheitsverwahrung verurteilt.

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