Der Mord an İsmail Yaşar

İsmail Yaşar wurde am 09. Juni 2005 in seinem Dönerimbiss in der Nürnberger Scharrerstraße erschossen und von einem Kunden kurze Zeit später tot aufgefunden. Mit insgesamt fünf Kugeln im Körper wurde ein geliebter Mitmensch und Vater von unsgenommen, der sich mit seinem eignen Imbiss einen Lebenstraum erfüllt hatte. Obwohl İsmail Yaşar am frühen Vormittag, in einer gut besuchten Gegend ermordet wurde und man laut Zeugenaussagen vermeintliche Täter auch gesehen hatte und es ein Phantombild gab, blieb die Polizei mit ihren Ermittlungen lange Zeit erfolglos. Eine Erklärung dafür, so kann man heute behaupten, ist sicherlich das von vorneherein nie in die Richtung eines rassistischen Motivs ermittelt wurde, sondern in Richtung organisierter Kriminalität, Drogenhandel und familiärer Verstrickungen. Man kann ihr vorwerfen grundlos die Familie mit Beschuldigungen und haltlosen Theorien lange Zeit tyrannisiert zu haben. Seine Person und sein Ansehen wurden während des Aufdeckungsprozesses grundlos niedergemacht und verschmutzt.

Erst Jahre später wurde klar: Ismail Yaşar war eines von zehn Todesopfern der rechtsterroristischen Gruppe „NSU“. Sein Name steht heute für das Versagen der Behörden – und für die Notwendigkeit, rechte Gewalt klar zu bekennen.

Quelle: Birgit Mair – „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ 5. Auflage 2021

Audio Guide:

Deutsch
English
Türkçe
عربية